Topografische Karte Gadow
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Gadow
Im Jahre 1820 wurde die Glashütte in der mecklenburgischen Exklave Rossow auf die brandenburgische Seite der Grenze verlegt, weil aufgrund der neu eingeführten Zollgrenze deren Betrieb unrentabel zu werden drohte. Zur Siedlung, die direkt am Weg Rossow-Gadow an der heute noch bestehenden Gemarkungsgrenze lag, gehörten neben der Glashütte im Jahre 1871 24 Wohngebäude. Carl von Randow, der diese Glashütte begründet hatte und auf Hof Rossow bis 1832 lebte, verkaufte sie an Karl Eduard Balzer aus Jüterbog und dieser an Christian Friedrich Herrmann Strecker aus Satower Höhe. Durch Erbschaft gelangte sie ab 1849 an Gustav Georg Wilhelm von Dadelsen, der am Ostrand der Siedlung ein Herrenhaus errichten ließ. 1876 verkaufte er den gesamten Betrieb an den Fretzdorfer Gutsbesitzer Achim von Karstedt für 60 000 Taler. Dieser verpachtete den Betrieb weiter an den Glasmacher August Ebert. Hergestellt wurden grünes und weißes Hohlglas, besonders Flaschen, Medizingläser, zuletzt besonders Behälter und Zylinder für Petroleumlampen sowie Einkochgläser. Zunehmende Konkurrenz und Probleme bei der Brennholzbeschaffung führten 1909 zur Einstellung der Produktion. Die Glasarbeiter blieben z. T. vor Ort und wurden Land- oder Forstarbeiter. Die von Karstedt waren noch 1931 Eigentümer der Glashütte, obwohl sie Fretzdorf zu dieser Zeit bereits verkauft hatten. Die Siedlung blieb weiter bewohnt und hatte im Hüttenkrug sogar eine beliebte Tanzgaststätte (bis etwa 1938/39). Nach 1945 wurde die Siedlung nach Gadow eingemeindet. Sie war nun vor allem von Flüchtlingen bewohnt. Ab etwa 1952 wurde ein sowjetisches Militärgelände angelegt und die Siedlung nach und nach einbezogen, aber noch 1975 sollen Deutsche hier gewohnt haben. Die Siedlung existiert noch, ist aber unbewohnt und im Verfall begriffen.
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